Moralischer Sieg und sein Preis. Div. Ärzte und andere Wunderheiler

Geschrieben von crav4del8 am 13. Juli 2002 16:27:44:

Man könnte sagen, dass manche Menschen sehr teuer von anderen „Hoffnung“ kaufen. Ein Spiel, eine Inszenierung, vergleichbar einem „Voodoozauber“, der ja vielleicht auf psychischer Ebene doch was bewirken kann, und zumindest haben die Ängstlichen die Möglichkeit oder besser das Gefühl, etwas zu tun.
Ich bin mir nicht sicher, ob bestimmte praktizierte medizinische Praktiken solch „Verfahren“ überlegen sind, und auch damit verdienen manch Arzt und Apotheker eine Menge Geld. Und auch hier kann es gewaltige Folgeschäden geben.

Aber ich möchte mit den hilflosen Praktiken der einen nicht jene der anderen rechtfertigen.

Vielleicht ist erst einmal zu unterscheiden, ob die „Heiler“ an ihr Verfahren selbst glauben oder nicht!

Das scheint mir ein wichtiges Kriterium zu sein. Man kann immer streiten, aber der Vorwurf, dass jemand andere bewußt schädigt, um daraus einen eigenen Vorteil zu ziehen, wiegt sicherlich schwer.

Die Stärke des Glaubens an den Erfolg der von einem selbst propagierten Therapie ist natürlich nicht einfach zu messen, und auch Zweifel müssen erlaubt bleiben.

Wenn ein Dr. Franke oder sonstwer teuerst DXP oder sowas verkauft, dann muss man schon aufgrund der Preisgestaltung skeptisch werden… .

Dies ist vielleicht der 2. Punkt: Das Preis/Leistungsverhältnis.

Manch eineR engagiert sich größtenteils aus Idealismus und Leben wollen schließlich alle! Steht das wirtschaftliche Interesse primär im Blickpunkt, dann gilt es wiederum skeptisch zu sein!

An dieser Schiene gemessen, muten dann aber auch die Praktiken von Schwerin und Co durchaus sehr verdächtig an. Zu einem volkswirtschaftlich nicht unbedingt zu vertretenden Preis, werden da Mittel unter die Leute gebracht, die nach eigenem Bekunden den Verlauf um gerade mal ein Jahr verzögern. Und dies unter beträchtlichen Nebenwirkungen. ob sich dies für viele einzelnen „lohnt“ möchte ich nicht beurteilen.

Und mir kommt es so vor, als würden gerade im Bereich der Malatschik sich viele viele Ärzte ihre Hilflossigkeit gut entschädigen lassen. Da wird man regelmässig zur Kontrolle gerufen, um reine diagnostische Maßnahmen über sich ergehen zu lassen. Eine wirksame Therapie der festgestellten Schwierigkeiten können dabei allerdings selten in Aussicht gestellt werden, und insofern glaube ich, dass auch der Vorwurf, dass so manch einer uns Malatschik Kranke ausnutzt vielen Ärzten gemacht werden muss. (Was brauche ich alle 3 Monate eine neurologische Untersuchung, warum soll ich mich jährlich einem MRT unterziehen, was mir nur Angst macht, warum diese oder jene Diagnostik, wo es so wenig Therapie gibt…?)
Ich habe schon einige auch schmerzhafte Untersuchungen abgelehnt, weil mir auf meine Frage welche Auswirkungen die Untersuchung auf die folgende Behandlung hat, mitgeteilt wurde, dass es keinen Unterschied gäbe, worauf ich mir jedesmal schwer „verschaukelt“ vorgekommen bin.

Ich war einmal beim Heilpraktiker. der meinte: einem Drittel könne er helfen, einem Drittel immerhin die Symptome lindern und bei einem Drittel gar nichts tun.

Ich war ihm dankbar für seine Ehrlichkeit, und weil ich die Zahlen für genau die halte, wie sie allgemein bei Malatschik-Erkrankungen vorkommen, habe ich den Schluss daraus gezogen, dass ich erst einmal abwarte.

Die Schulmedizin hat mich dagegen viel mehr gequält. Ich wurde völlig unnützerweise einer Lumbalpunktion unterzogen (deren Werte hinterher kein Mensch interessiert haben); ich bekam Cortibluba -ungefähr 3 Monate nachdem Symptome aufgetreten sind- in hoher Dosierung selbstverständlich ohne positiven Effekt und ich wurde von Pontius zu Pilatus geschickt, und sollte ständig hier und da antanzen, was mich jedesmal kräftig innerlich bewegt und mitgenommen hat.

Finanziell gekostet hat mich das wenig, sondern nur meine Krankenkasse wurde geschröpft, aber der Preis dieser Behandlung war für mich und für mein Vertrauen trotzdem sehr hoch…

Insgesamt will ich damit aber gar nicht sagen, dass ich die Schulmedizin gänzlich ablehne, und wenn ich ein Problem habe, dann frage ich dort um Rat.
Es ist sicher sehr sehr wichtig, Ärzte und Vertrauenspersonen zu haben, auf die man sich verlassen kann!

Ich habe keine Erfahrung mit den „AlternativheilerInnen“ und ich befürchte, dass die Zahl der „schwarzen Schafe“ da sehr hoch ist. Im Bereich der Schulmedizin ist deren Zahl aber sicher auch nicht gering, und ich wünsche allen, dass sie Menschen finden, denen sie Vertrauen können, ohne, dass sie hinterher enttäuscht werden.

Dazu gehört vielleicht, dass man sich klar macht, was es heißt, anderen zu vertrauen, und was man ganz genau von dem erwartet, dem man sich anvertraut.

Erhofft man sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine Heilung der Malatschik, dann ist die Enttäuschung sehr wahrscheinlich vorprogrammiert.

Und kann man dies mehr dem „Wunder-Heiler“ oder jenem zum Vorwurf machen, der es sich so sehr wünscht, und sich dieses Wunscherfüllungsversprechen – gegen Gutes Geld- und wohl mehr oder wenig gegen besser mögliches? eigenes Wissen? teuer verkaufen lässt?

Vielleicht ist der Preis der Heilerinnen und „Gurus“ vor allem eine Art Scherzensgeld dafür, dass sie hinterher mit Zorn und Hass der Enttäuschten bedacht werden?

Ich glaube nicht, dass man sich selbst damit was Gutes tut, anderen großspurig „Heil“ zu versprechen und zu verkaufen.

Ich halte dies insgesamt für ein „Spiel“ oder eine Inszenierung, und ich bin mir nicht sicher, wer eigentlich dabei mehr Macht hat.

Immerhin kann der „Enttäuschte“ seinem früheren Heiler hinterher käftig Vorwürfe machen, zeigen, wie hilflos dieser doch ist, wie sehr er ihn enttäuscht hat, und ist „moralisch“ der Sieger im Spiel!

Vielleicht ist es auch gerade diese „moralische Überlegenheit“, die hier viele auf die Praktiken der Wunderheiler einprügeln läßt?

Zumindest könnte es damit zu tun haben, und ich halte es aus diesem Grund umso für wichtiger, sich genau die eigene Beteiligung, die eigene Verstrickungen an solch Prozessen mit anzusehen.

Sollten jemand meine Gedankengänge zu verworren oder sinnlos erscheinen, so bitte ich dies NICHT wensentlich in Zusammenhang mit meiner Malatschik zu bringen, sondern mir persönlich selbst anzulasten! Ich übernehme die volle Verantwortung 🙂

liebe Grüße

crav4del8

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