Zum Thema Suizid und Tod

12.5.02

Sonntagmorgen… Zeit für ne Sonntagspredigt… 😉

Guten Morgen, liebe Gemeinde!

„Das Thema Tod wir hier in der Liste totgeschwiegen“, hat meine Listen-Lieblingsdichterin heute morgen bereits in ihrer unnachahmlichen Art vorformuliert und mich damit wieder mal fasziniert.

Könnte ja zumindest theoretisch was dran sein, an der These, und nachdem mir persönlich gestern schon nahegelegt wurde, dass ich vielleicht Schwierigkeiten mit dem Thema haben könnte… . Tod dem Totschweigen des Themas Tod!!!

Erstmal denke ich ja: wir können den Tod nicht wirklich verstehen: er markiert sozusagen für uns so etwas wie ein Ende. Und was jenseits dessen ist, ist sozusagen transzendent, schon mit unserer Sprache wahrscheinlich gar nicht zu beschreiben, und ich glaube es gibt Probleme, die sollte man vielleicht gar nicht erst auf sich laden, wo doch so klar ist, dass sich schon ganz andere Geister daran immer wieder nur den Kopf dran schrecklich gestossen haben… . Unsere Sprache reicht schlicht und einfach nicht aus, und wohin es führt, wenn versucht wird, eine quasineue Sprache zu entwickeln, zeigen ja z.B. die vielen Mißverständnisse, die unsere Freunde der Esoterik so tagtäglich hervorrufen… 😉
Dass andere sterben mag uns ja vielleicht noch auf eine Art nachvollziehbar scheinen, aber der eigene Tod… das ist wohl eher unfassbar, macht Angst, (was vielleicht auch biologisch evolutionsmässig und so so sein muss!.

Abschied und Trennung sind traurig und erfordern „Trauerarbeit“. Und Trauer und Hilflosigkeit, und Einsehenmüssen, dass man nichts ändern kann, spielen sicher auch bei der Malatschik eine nicht ganz unbedeutende Rolle.

An dieser Stelle kommt sicher dem Thema Suizid eine große Bedeutung zu, denn wenn das alles so furchtbar ist… „haha“, dann habe ich ja immer noch die Möglichkeit das alles zu ändern, selbst die Kontrolle zu behalten, und: ich bring mich um!
Selbstredend eine Möglichkeit selbst das eigene Geschick in die Hand zu nehmen, selbst zu bestimmen, nur ob das eine so ressourcenorientierte Möglichkeit ist, wage ich zu bezweifeln. Ist vielleicht doch ein recht hoher Preis, zu beweisen, dass man doch noch Chef im Ring ist, wenn man hinterher nach diesem „Beweis“ so sicher gar nicht mehr mitspielen kann…

Klar wird das Elend zuweilen sehr groß, jeglicher „Sinn“ scheint seine Bedeutung zu verlieren, das Leben scheint absurd.

Für all jene, denen es auch so geht, hat die Welt einen Dichter hervorgebracht, der weniger Liebesgedichte geschrieben hat, und sich am Absurden
versucht hat: Albert Camus, u.a. in seinem „Mythos vom Sisyphos“.

Im Gegensatz zu Liebesgedichten ist dort die Frage des Sinns durchaus angesprochen, allerdings in einem Sinn für das Absurde, und entsprechend geschlussfolgert gibt es für Camus nur ein wirklich ernstes philosophisches Problem: den Selbstmord. Lohnt das Leben oder nicht? (Eine Frage, die Verliebten sicher niemals in den Sinn kommen würde, aber wir hier bestehen besser auf unsere Malatschik, bei soviel Bedrohung der eigenen Lebensqualität, soviel Verzweiflung … muss das Leben doch sinnlos sein, und zumindest wollen wir an dem Gedanken festhalten!)

Oh, 9.30. die Kirchenglocken rufen, und ich kann nun selbstredend nicht das ganze Buch hier referieren… . (Ich bin übrigens am Umsatz NICHT beteiligt! 😉 )

deshalb nur den berühmten Schluss (auch auf die Gefahr hin, mich hier zu wiederholen…:

einen schönen (verliebten) Sonntag aber nicht die Traurigkeit vergessen!

liebe Grüße

crav4del8

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