Alle sind wichtig!

Geschrieben von crav4del8 am 17. Februar 2003 22:43:21:

Ich glaube, man kann ALLE Beiträge und ALLE Äußerungen auch immer als Kontakt- und Beziehungsversuche (zu sich selbst und! zu anderen) interpretieren. Dabei halten es Menschen oftmals sehr schwer aus, wenn es zuviel oder zuwenig „Nähe“ gibt. Zuwenig Nähe macht ein Gefühl von Einsamkeit, zuviel davon erzeugt oft eine große Angst vor Konfusion und Selbstauflösung, um es mal pauschal auszudrücken. Insofern sind wir bestrebt, den Kontakt immer auch zu regulieren, uns wieder abzugrenzen, wenn wir das Gefühl haben, uns zu Nahe gekommen zu sein… .

Oder anders:

Wenn in einem „System“ nicht alle Anteile zu ihrem Recht kommen, dann gibt es Störungen. Wenn also der wichtige Kobold „Abgrenzung“ nicht genügend Beachtung bekommt, dann schafft er sich seinen Raum, und ein System ausschließlich voller „Riesen“ namens „Nähe“, „Liebe“ und „Sonnenschein“ wäre sicher für alle bald unerträglich.

Aus diesem Sichtweise heraus mache ich oft „Werbung“ für möglichst alle Anteile. Dass ich dabei auch selbst zuweilen andere angreife, mag daran liegen, dass ich es selbst auch nur schwer aushalten kann, immer nur freundlich zu sein… . Ich habe mir hier sicher (neben anderen!) auch eine „Teilwelt“ erschaffen, in der für mich innere „Figuren“ leben, deren Meinung ich nicht teile und die ich „bekämpfe“. Dabei ist es mir wichtig, zwischen den realen Personen und ihren Handlungen zu unterscheiden. Mir ist klar, dass die drei „Bilderstürmer“ zum Größtenteil für mich wichtige innere Bilder in mir sind, mit denen ich mich hier auseinandersetze. Ich bin ihnen für diese Diskussionen durchaus dankbar (und gegenüber den realen Personen, den ich persönlich kenne – aber auch den anderen „Protagonisten“ empfinde ich durchaus auch ein Gefühl von Nähe und Verständnis). Über diese innere Welt hinaus sind es ja tatsächlich reale Menschen, die mir auf eine bestimmte Art offensichtlich wichtig sind und mich auch immer wieder überraschen (und selbst wenn es dadurch ist, dass ich sie so einfach und leicht zuweilen „herbeirufen“ kann…) .

Ich glaube, man sollte manche Auseinandersetzungen zumindest im Nachhinein viel spielerischer sehen. Ich finde die Bezeichnung „Kindergarten“ sowohl passend als auch gar nicht weiter schlimm, weil ich glaube, dass es gar nicht schaden kann, als Kind unter Kindern weiter mit sich und anderen im Kontakt zu sein… selbst wenn es dabei auch mal nur um Förmchen geht. „Erwachsen“ kann man sich hinterher wieder zeigen… . Wobei zugegeben ich manchmal traurig werde, wenn ich erlebe, wie tiefe Narben alte Auseinandersetzungen bei manchen hinterlassen haben, und wie unerbittlich und unbeweglich manche mit sich selbst oder „abgespalteten Anteilen“ umgehen. Es macht mich traurig zu erleben, wie wenig es einigen gelingt, Kritik anzunehmen, oder andere als anders „lebenzulassen“.

Sicherlich gibt es noch große Spielräume für Entwicklung und mehr Verständnis und hierfür möchte ich weiter werben. (Es muss ja auch nicht immer ne Diskussion sein, aber wie sollte das hier anders gehen?) Selbst wenn es ein Vorurteil sein sollte bin ich sicher: die anderen haben ganz bestimmt nicht immer unrecht.

liebe Grüße

crav4del8

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