Wie schön der Mensch ist. Schöne, neue Welt, die solche Bürger trägt!

Geschrieben von crav4del8 am 21. August 2005 16:06:33:

„O Wunder! Was gibt’s für herrliche Geschöpfe hier! Wie schön der Mensch ist. Schöne, neue Welt, Die solche Bürger trägt! “ (Shakespeare – der Sturm)

Fällt es noch auf? Merkt man noch was? In einer Gesellschaft, wo Medikamente mehr als Blumen zum täglichen Leben dazugehören?
PSYCHOPHARMAKA, LDN – Mittel und Wege, die ganz eindeutig nachhaltig auf die Stimmung wirken, WAS NOCH, ist hierbei ECHT am eigenen Erleben und Empfinden oder ist es nicht vielmehr erfunden, gerade nicht von einem selbst, sondern, vom Einfluss der Produkte der Pharmazie? Was bleibt über, von einem selbst, wie kann man es wissen, wenn Medikamente tagtäglich das Sein verändern?
Hat es Aldous Huxley nicht schon 1932 so treffend wie beängstigend beschrieben, wie dem Menschen, in der „Schönen, neuen Welt“ tiefe Gefühle und ein freier Willen versagt bleiben, um für alle Menschen politische Stabilität, Frieden, Gesundheit, lebenslange Jugend und ständiges Glück ermöglichen zu können.
Mittels physischer Manipulationen des Fötus und anschließend durch psychologische Manipulation in der Erziehung werden alle Menschen so genormt, dass sie mit ihrem späteren, schon fest geplanten Leben glücklich sind. Durch permanente Beschäftigung mit Sex, Konsum und einer nebenwirkungsfreie Droge, Soma, zufrieden gestellt, verlieren die Menschen das Bedürfnis zum kritischen Denken und Hinterfragen der Weltordnung. Dadurch wird die Weltordnung stabilisiert und eine reibungslose Regierung der Welt wird für eine handvoll wohlwollender Kontrolleure möglich.“
http://de.wikipedia.org/wiki/Brave_New_World
Mehr oder weniger gleichgeschaltet: “

Psychopharmaka

sind auf die Psyche wirkende Arzneimittel. Der Medikamentenmißbrauch wird vor allem mit Schmerzmitteln, Beruhigungsmitteln, Schlafmitteln und Aufputschmitteln betrieben. Diese Stoffe haben erhöhtes Mißbrauchs- und Abhängigkeitsrisiko. Der Konsument solcher Medikamente wird sich seiner entstandenen Sucht oft erst spät bewußt. Auch fällt ein Geheimhalten der Sucht meist nicht allzu schwer. Ursachen für die Abhängigkeit liegen in der Person selbst und im sozialen Umfeld dieser Menschen, weiters auch im großen Angebot an abhängigkeitserzeugenden Medikamenten. Sie bedingen bei regelmäßiger Verabreichung körperliche Abhängigkeit. Auf Grund ihrer leichten Zugänglichkeit werden bestimmte Medikamentengruppen sowohl in der Drogenszene (Ersatzstoff bei Opiaten bei Versorgungsengpässen oder für den Beikonsum) als auch in der sogenannten Normalbevölkerung mißbräuchlich verwendet. Ihr Abhängigkeitspotential wird häufig unterschätzt. “
„Insgesamt wurden 2001 ca. 50 Millionen Schachteln (1997 ca. 57 Millionen Schachteln) Psychopharmaka in Deutschland verordnet!
Insgesamt wurden von den Kassenärzten 2003 für 1,5 Milliarden Euro Psychopharmaka und Schlafmittel verordnet. “

http://www.epsy.de/psychiatrie/psychopharmaka.htm
Es mag verwegen klingen, aber wenn der Schmerz, die Verzweiflung einigermaßen im Zaum, so will ich mir sagen: akzeptiere die „Krankheit“ und Kränkung, sie ist ein Teil von mir selbst (ohne den es mich nicht gibt!), ich habe kein anderes Leben, dies genau DIES ist mein Leben, es gibt kein „Besser“ oder „Schlechter“, also vergeßt die „GESCHMACKSVERSTÄRKER“ und „STIMMUNGSAUFHELLER“ sie vernichten wohl mehr, als dass sie können geben von der Direktheit, Unmittelbarkeit, vom Sturm des Lebens und unseren Gefühlen.

Entsprechende Ärzte und entsprechende Therapeuten sind „Verräter“ vor allem ihrer eigenen unbewältigten Ängste und ihrer Unfähigkeit, sich mit ihrer Hilflosigkeit, ihrem Neid oder anderen Schwierigkeiten des Lebens auseinanderzusetzen. Sie verstehen nicht, dass DIES ist das Leben (bislang mit „Malatschik“ solange zumindest nicht tatsächlich erfolgreichere Medikamente und Wege gefunden), und träumen weiter von der Schönen Neuen Welt, und doch schlafen sie nur oder betäuben sich und andere weiter, sodass sie nicht merken wollen oder können, was alles ihnen doch fehlt. So träumen sie zu sein, wie Götter, verharren in jugendlichem Omnipotenzgehabe. Wo man offensichtlich nicht kann richtig rechnen, dort träumt es sich am ausgiebigsten vom Nobelpreis, und dem anhaltenden Applaus der anonymen Masse.
Auch selbst könnte ich dies wohl kaum so formulieren, würde ich nicht auch selbst zuweilen diesem Pferde aufsitzen, und zeitweise mag es keinen anderen Weg geben, mit sich umzugehen, und vielleicht kann ich es mir auch mehr leisten, hier so zu tönen als andere, die es nicht aushalten können, warum auch immer. Die Welt bleibt bunt, und es ist nur eine Stimme, in einem Chor, in dem gerade nicht alle dasselbe Lied oder dieselbe Melodie pfeifen, und doch ergibt es ein Gesamt“Kunstwerk“ – oder auch nicht.
crav4del8

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