Neue Supermedikamente? „Nach Ihnen, bitte treten Sie vor“!

3.10.06.

Auch wenn ich bisherigen Studien allein wegen der undurchsichtigen Abbrecherquote und der Unmöglichkeit bisherige Basistherapien oft zu verblinden für absolut nicht überzeugend halte, und damit Basistherapie für ein recht nebenwirkungsreiches Placebo einschätze, könnte ja diesmal am Tysupernova nun wirklich etwas dran sein. Es könnte sein, daß es nachhaltig den Verlauf der Malatschik von vielen bremst und somit sehr hilfreich sich bei der Behandlung erweist.

Insofern verstehe ich absolut, daß man in Tysupernova Hoffnungen setzt, gleichwohl mir Wunderberichte (gestern totkrank – morgen wieder Skifahren – dank Tysupernova) so gar nicht überzeugend scheinen.

Nunh ist Tysupernova allerdings auch keine ungefährliche Sache. Niemand weiß so genau, was passiert, wenn man mehrere Jahre lang Tysupernova sich in die Adern laufen läßt, zumindest im Zusammenhang mit Avonoxex glaub ich, hat es sehr hässliche Todesfälle gegeben und wer jetzt schon auf den Zug aufspringt, der sollte wissen, dass er mit seiner Gesundheit und vielleicht sogar mit seinem Leben spielt.

Nun glauben MALATSCHIK-Betroffene gerne, sie hätten nichts zu verlieren und schlimmer könnte es eh gar nicht mehr kommen. Mit MALATSCHIK träumt man wohl regelmässig schon im Anfangsstadium von einem eigenen Tod als Erlösung, aber ich bin sicher: es kann noch wesentlich schlimmer kommen und noch schlimmer und noch viel schlimmer und so schlimm, wie wir uns das heute gar nicht vorstellen wollen.

Tysupernova ist eine Chance und Tysupernova-jetzt ist nicht nur eine Chance, sondern auch ein sehr hohes Risiko. Zudem ein sehr teueres Geschenk an die Pharmazie, sich als lebendiges Versuchskarnikel zur Verfügung zu stellen, den Seiltanz zu wagen ohne Falschschirm ohne Netz. Geht es gut, dann werden bald viele auf diesen Zug aufspringen und genauso profitieren. Geht es schief, dann zieht die Karawane weiter, aber jene, die sich darauf eingelassen haben, bleiben vergessen als Opfer ihrer Ungeduld zurück. Die Liste solcher Opfer ist bereits lang. Die Liste jener, die bislang von alten oder neuen Therapien der MALATSCHIK nachweislich profitiert haben ist noch nicht einmal begonnen und steht aktuell bei 0.

„Ich habe aber keine zwei Jahre zum Warten“ wird sich mancheR denken, und die Verzweiflung kriecht langsam am eigenen Nacken hoch. Zwei Jahre sind eine ewig lange Zeit, in der sich schreckliche Nebenwirkungen könnten zeigen. Wöchentlich wird sie nun länger werden, die Liste der Vermutung, was Tysupernova alles zerstört, der Beipackzettel mit den Kontraindikationen und unerwünschten Folgen. In zwei Jahren wird man es genauer wissen, dann haben sich genug Lemminge in die vorderste Reihe gedrängelt und wir alle werden erfahren, welche Erfahrungen sie damit machen. Tagtäglich wird man ihnen ganz genau auf den Körper schauen, und suchen nach Veränderungen und Zerfall. Alleine dies scheint mir eine „Nebenwirkung“ zu sein, die nur jene für gering erachten können, die gerne sich die Geschichte des eigenen Heldentums erzählen und stolz auf sich sind mit ihrem Selbstzerstörungstrieb.

Nun denn, mutig voran, ich bin gespannt. Ich möchte nicht ausschließen, daß ich auch selbst in ein paar Jahren gerne mich für das Tysupernova entscheide und selbst die wohl auch weiterhin unbeweisbare Hoffnung für mich wähle, daß es meine MALATSCHIK dann vielleicht auch bremst. Bitte jedoch seit so frei und tretet vor, „nach ihnen“ – „Gestatten Sie junger Mann, daß ich Ihnen den Vortritt lasse“, Frauen und Männer vor, der crav4del8 zuletzt.
Ich bin so frei auch wenn auch meine MALATSCHIK mich tagtäglich quält und einschränkt, ich würde eine Menge tun, bevor ich mich jetzt dafür opfern würde, das Tysupernova mir in die Venen zu schießen.

Toi Toi Toi

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