Wie es hierzu kommt

Warum nur ist dies hier alles so „negativ“ und kritisch? Lauter Warnungen und „tue dies nicht“ und jenes ist auch problematisch. wo sind die Empfehlungen, was stattdessen tun?

Denken bedeutet nunmal oft Kritisieren und gerade die einfachen Lösungen und RatSCHLÄGE sind meines Erachtens oft nur Flucht und sadomasochistisch.

Es gibt ihn nicht: den Weg RICHTIG zu leben. Es gbit nur ganz unterschiedliche Versuche, ein Ringen um Lebensfreude, die Vermeidung von Frustration und Verzweiflung.
Gerade bei manchen Krankheiten tut man sich und anderen mit einfachen „Lösungen“ viel zu viel an, läuft Gefahr, sich vom Leben und den eigenen Gefühlen abzuschneiden, viel mehr als es vielleicht manchmal nicht anders zu ertragen.

Seit nunmehr über 8 Jahren habe ich mit einer Diagnose Multiple Sklerose (hier einmal genannt „Malatschik“ – denn Namen sind Souvenirs, bzw. vor allem Schubladen, die mehr an Kontrolle vorgeben als man hier tatsächlich hat), also einer ominösen Krankheit und diversen Symptomen zu kämpfen. Seitdem bin ich auf der Suche nach hilfreichen Beschreibungen und Wegen. Die “Experten” sprechen von einer unheilbaren Krankheit. Ich bin schwerbehindert. Daß sie wirklich wissen, worum es sich bei meiner Erkrankung handelt, woher sie kommt oder wie man sie wirklich hilfreich behandeln kann, diesen Eindruck habe ich bislang leider nicht gewinnen dürfen, auch wenn es an mehr oder weniger hoch“wissenschaftlich“ anmutenden Thesen, Forschung, und einer geschäftstüchtigen Pharmazie nun bereits seit Jahrzehnten nicht fehlt.

Was mir im Umgang mit mir und der Diagnose so alles durch den Kopf gegangen bzw. widerfahren ist, davon handelt dieser Blog und ich glaube, daß es in dieser schubladenbehafteten Welt noch vielen weiteren vom Schicksal hart Getroffenen mit ganz anderen Diagnosen oft ganz ähnlich ergeht. Zuweilen scheint es mir, daß diverse Ärzte, (vor allem Neurologen und Psychiater!), die Pharmazie und andere sicher in der festen Selbstkonzeptualisierung „Wohltäter“ Handelnde offensichtlich vor allem sich auf der Betroffenen Kosten selbst zu helfen, die eigenen Ängste zu verdrängen, sich groß zu fühlen versuchen, statt ehrlich auch einmal demütig die eigene Hilflosigkeit einzugestehen und damit vorzuleben, daß man auch solch eine Kränkung überlebt.

Jedoch: die Welt ist bunt und es gibt Alternativen – kreativere individuelle Wege dem Hamsterrad, der Einigelei, dem meist selbstschädigenden Glauben an nebenwirkungsreiche aber dafür eher langfristig wirkungsarmen Medikamenten und der letztendlich potemkinschen Kaffeesatzleserei vieler Fachleute – der vorgegebenen letztendlich selbstmitleidigen Rolle des Opferlammes- zu entkommen.

Solch ein Schicksalsschlag, solch eine Erkrankung, macht wütend, traurig, neidisch, hasserfüllt. Das bislang eher unbekümmerte Leben ist gestört. Der eigene Körper ist plötzlich nicht mehr selbstverständlich funktionstüchtig und ein Quell von Freude, sofern er dies je einmal war. Es ist sicher nicht einfach, hier hilfreiche Wege und Konzeptualisierungen, Freunde zu finden, bzw. sich selbst als Freund zu erweisen, und gerade der Neid und Hass unter Behinderten scheint mir kaum unterschätzbar zu sein. (Man hüte sich vor Selbsthilfegruppen und einschlägigen Internetforen – sofern man noch kann). Der Weg zurück zur Lebensfreude, Liebe, Demut führt sicher seltenst über eine Verdrängung anderer unliebsamer Gefühle. Neurotisches Elend zu normalem Unglück, und damit auch dem Glück wieder eine neue Chance! Das Leben ist begrenzt. Genau das macht es so besonders!

Jedoch, auch ich könnte selbstverständlich irren, gar „irr“ sein (bitte sagt konkret, welches Verhalten Euch zu diesem Schluss kommen läßt, und werft nicht einfach nur schnöde mit Diagnosen um Euch), einfach nur blind? Vielleicht liest auch hier nur der Blinde dem Tauben den Struwwelpeter vor?
Es bilde sich jedeR selbst ein eigenes Bild und nehme mein Angebot hier als Angebot und nicht als Aufforderung. Denn wahrlich, die kritischen Stimmen sind mit die Wichtigsten, denn Denken heißt nunmal immer auch Kritisieren.

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4 Antworten

  1. Hi Hab gerade alles von dir gelesen. Hmm was soll man dazu sagen auf der einen seite hast du recht auf der Anderen brauchen manche Menschen hilfe! Ich habe Epilepsi seit ich 9 bin hab mit25 erfahren das ich auch noch Reuma habe und zu guter letzt habe ich jetzt zu Weihnachten erfaren das ich MS habe. Da ist man nicht nur wütent oder hat Angst da weiß man irgendwann nicht mehr weiter! Man braucht andere zum reden und etwas was schmerzen lindert und Krämpfe verhindert.
    Würdest du all das immernoch so schreiben wenn du in meiner Situation währest?
    Gruß Peggy

  2. Wäre ich Du, würde ich schreiben wie Du. Ich bin kein Gott, und kann nur schreiben, was ich denke, was für mich richtig ist. Hätte ich z.B. eine andere Krankheit dann würde ich vielleicht mehr glauben, daß die Medizin da helfen kann…

    In meinem Fall und vielen weiteren glaube ich, daß die Neurologie und Psy

  3. Hi, habe eben von Dir im DMSG-Forum gelesen und bin so hierhingeraten 😉 hihihiii, lustig, wie Du WW beschreibst.
    …sind die Menschen irgendwie böse auf Dich ? Warum ?
    …also das, was ich heute von Dir gelesen habe, hört sich ganz vernünftig an 🙂
    Gruß
    amygdala

  4. Hallo,
    auf der Suche nach Austauschmöglichkeiten bin ich über die DMSG Seite hierher geraten und bin erfreut, Menschen zu treffen, die das Leben hinterfragen. Ich selbst habe vor 10 Jahren die Diagnose MS erhalten.
    Ich lade dich ein auf meiner Seite vorbei zu schauen, sie steckt noch in den Kinderschuhen und freut sich über Besucher. http://www.schmetterlingsdompteurin.de
    Der Welt kritisch zu begegnen finde ich vollkommen richtig. Egal in welcher Situation man steckt, man hat es selbst in der Hand.
    Herzliche Grüße
    Eva, die Schmetterlingsdompteurin

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